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Finanzwissen

Wie funktioniert die Börse? Einfach erklärt

Eine Börse ist ein organisierter Marktplatz, an dem Käufer und Verkäufer Wertpapiere wie Aktien, Anleihen und ETFs handeln. Moderne Börsen sind überwiegend elektronische Handelssysteme. Sie führen Kauf- und Verkaufsaufträge nach festen Regeln zusammen und sorgen dafür, dass Preise transparent entstehen.

Wie funktioniert die Börse? Kurz erklärt

  • Unternehmen und andere Emittenten können Wertpapiere ausgeben, um Kapital aufzunehmen.
  • Anleger erteilen ihrer Bank oder ihrem Broker einen Kauf- oder Verkaufsauftrag.
  • Die Börse bringt passende Aufträge in einem elektronischen Orderbuch zusammen.
  • Der Börsenkurs entsteht durch Angebot und Nachfrage.
  • Nach dem Handel werden Wertpapiere und Geld über Abwicklungsstellen übertragen.

Was passiert an einer Börse?

Die Börse schafft Regeln und technische Infrastruktur für den Handel. Sie ist nicht selbst die Käuferin aller Aktien. Stattdessen treffen dort viele unterschiedliche Kauf- und Verkaufswünsche aufeinander. Börsen überwachen den Handel, veröffentlichen Kurse und legen fest, zu welchen Zeiten und unter welchen Bedingungen gehandelt wird.

Als Privatanleger handelt man normalerweise nicht direkt mit der Börse. Der Zugang erfolgt über eine Bank oder einen Broker. Dort wird ein Depot geführt, in dem die gekauften Wertpapiere verbucht werden.

So läuft ein Aktienkauf Schritt für Schritt ab

  1. Depot und Verrechnungskonto: Für Wertpapiere braucht man ein Depot und ein Konto für Zahlungen.
  2. Wertpapier auswählen: Die Aktie oder der ETF wird über Name, ISIN oder Wertpapierkennnummer gefunden.
  3. Handelsplatz wählen: Ein Wertpapier kann an mehreren Börsen oder anderen Handelsplätzen verfügbar sein.
  4. Order festlegen: Stückzahl, Gültigkeit und Ordertyp werden bestimmt.
  5. Auftrag übermitteln: Der Broker leitet den Auftrag an den gewählten Handelsplatz weiter.
  6. Ausführung: Passt der Auftrag zu einem Gegenangebot, kommt ein Geschäft zustande.
  7. Abwicklung: Geld und Wertpapier werden anschließend zwischen den beteiligten Stellen übertragen.

Ein vereinfachtes Beispiel

Eine Person möchte eine Aktie höchstens um 50 Euro kaufen. Eine andere Person ist bereit, sie um 50 Euro zu verkaufen. Treffen diese beiden Aufträge im Orderbuch aufeinander, kann der Handel zu diesem Preis ausgeführt werden. Gebühren der Bank oder des Brokers kommen für die kaufende Person zusätzlich hinzu.

Wie entsteht ein Börsenkurs?

Der Kurs entsteht aus den aktuell verfügbaren Kauf- und Verkaufsaufträgen. Wenn viele Menschen kaufen wollen, aber nur wenige verkaufen, kann der Preis steigen. Überwiegt das Verkaufsinteresse, kann er fallen. Erwartungen über Gewinne, Zinsen, Konjunktur, politische Ereignisse und die allgemeine Stimmung beeinflussen diese Entscheidungen.

Der letzte Börsenkurs ist deshalb kein dauerhaft festgelegter „richtiger Wert“. Er zeigt, zu welchem Preis zuletzt ein Geschäft zustande kam. Bei selten gehandelten Wertpapieren kann der Abstand zwischen gewünschtem Kaufpreis und Verkaufspreis größer sein.

Market Order oder Limit Order?

Market Order

Bei einer unlimitierten Order steht die schnelle Ausführung im Vordergrund. Der endgültige Preis ist vorher nicht sicher. In bewegten oder wenig liquiden Märkten kann er deutlich vom zuletzt angezeigten Kurs abweichen.

Limit Order

Bei einem Kauf legt das Limit den höchsten akzeptierten Preis fest. Bei einem Verkauf bestimmt es den niedrigsten akzeptierten Preis. Dadurch wird der Preis begrenzt, die Ausführung ist aber nicht garantiert.

Primärmarkt und Sekundärmarkt

Am Primärmarkt werden Wertpapiere erstmals ausgegeben. Bei einem Börsengang kann ein Unternehmen beispielsweise neue Aktien an Anleger verkaufen und damit Kapital aufnehmen. Am Sekundärmarkt handeln Anleger bereits ausgegebene Wertpapiere untereinander. Der gewöhnliche tägliche Börsenhandel findet überwiegend am Sekundärmarkt statt.

Was wird an Börsen gehandelt?

  • Aktien als Unternehmensanteile
  • Anleihen als handelbare Schuldverschreibungen
  • ETFs als börsengehandelte Fonds
  • Fondsanteile, Zertifikate und Derivate mit sehr unterschiedlichen Strukturen und Risiken

Nicht jedes Produkt ist für Einsteiger geeignet. Besonders komplexe oder gehebelte Produkte können hohe Verluste verursachen.

Welche Risiken gibt es beim Börsenhandel?

  • Kursrisiko: Der Marktpreis kann deutlich fallen.
  • Unternehmensrisiko: Ein Unternehmen kann wirtschaftliche Probleme bekommen oder insolvent werden.
  • Liquiditätsrisiko: Ein Wertpapier lässt sich möglicherweise nicht rasch zu einem fairen Preis verkaufen.
  • Währungsrisiko: Anlagen in fremden Währungen werden zusätzlich von Wechselkursen beeinflusst.
  • Kosten: Ordergebühren, Depotkosten, Spreads und Steuern mindern die Rendite.

Die Börse macht Wertpapiere handelbar, schützt aber nicht vor Verlusten. Die historische Entwicklung eines Kurses sagt nicht sicher voraus, wie er sich künftig entwickelt.

Häufige Fragen zur Börse

Wer bestimmt den Preis einer Aktie?

Der Preis entsteht laufend aus Kauf- und Verkaufsaufträgen. Angebot, Nachfrage und die Erwartungen der Marktteilnehmer bestimmen, zu welchem Kurs Geschäfte zustande kommen.

Kann man direkt an der Börse kaufen?

Privatanleger benötigen normalerweise eine Bank oder einen Broker, der den Auftrag an einen Handelsplatz weiterleitet und das Depot führt.

Warum sind Börsenkurse ständig in Bewegung?

Neue Informationen und veränderte Erwartungen führen laufend zu neuen Kauf- und Verkaufsaufträgen. Dadurch kann sich der Marktpreis fortwährend ändern.

Ist die Börse dasselbe wie Glücksspiel?

Wertpapiere können wirtschaftliche Rechte und Unternehmensanteile verkörpern. Kurzfristige, ungeplante Spekulation kann dennoch glücksspielähnliche Risiken annehmen. Entscheidend sind Produktverständnis, Strategie, Streuung und Anlagehorizont.

Fazit

Die Börse ist ein geregelter Marktplatz für Wertpapiere. Sie bringt Aufträge zusammen und macht Preise sichtbar. Wer über die Börse anlegt, sollte verstehen, was gekauft wird, welche Order erteilt wird und welche Kosten und Risiken entstehen. Als nächste Grundlagen helfen die Erklärungen zu Aktien, Börsenindizes und ETFs.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Finanzbildung und ist keine persönliche Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.

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Dieser Beitrag wurde für Finanzbaukasten eigenständig formuliert. Verlinkte externe Quellen dienen der fachlichen Prüfung und Vertiefung; fremde Texte, Grafiken und Logos werden nicht übernommen. Die Verlinkung bedeutet keine geschäftliche Verbindung oder Empfehlung des jeweiligen Angebots.

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